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Loop doch nich jümmer weg

Eine herrlich überdrehte, temporeiche Verwechslungskomödie


Die Ehefrau von Pastor Bornemann, die ehemalige Schauspielerin Dorothea, versetzt durch ihre unkonventionelle Art die ländliche Bevölkerung in Aufregung. Als ihr Ex-Schauspielkollege Uwe, der jetzt bei der Marine ist, überraschend zu Besuch kommt, beginnt eine Reihe von turbulenten Verwicklungen: Damit Dorothea und Uwe unerkannt ins Theater gehen können, schlägt sie vor, dass er seine Marine-Uniform mit einem Pastoren-Anzug ihres Mannes vertauscht. Unangekündigt erscheinen Dorotheas Onkel, seines Zeichens Oberkirchenrat, sowie Bertzbach, ein Amtsbruder ihres Mannes. Als sich dann auch noch ein ausgebrochener Sträfling mit einer gestohlenen Pastoren-Kluft tarnen will, entsteht ein heilloses Durcheinander von Pastoren, bei dem Fräulein Almuth vom Kirchenvorstand und das freche Dienstmädchen Ida kräftig mitmischen - eine große Aufgabe für Kommissar Preuß... Diese herrlich überdrehte, temporeiche Verwechslungskomödie gehört zu den Klassikern des niederdeutschen Theaters und verspricht einen spritzigen und kurzweiligen Abend.

Eine Komödie/Farce von Philip King
Deutsch von Dr. Gottfried Greiffenhagen und Joachim Preen
Niederdeutsch von Hans-Jürgen Ott

Regie: Manfred Upnmoor

Besetzung

Jenny Walczyk:
Ida, ein Dienstmädchen
Christa Walczyk:
Fräulein Almuth
Torsten Bannow:
Eberhard Bornemann, Pfarrer
Anne- Katrin Grage:
Dorothea, Ehefrau von Pfarrer Bornemann
Robin Koch:
Uwe Kroll, Bootsmannsmaat d.R.
Heino Hasloop:
Ein Mann
Hans-Gerd Willemsen:
Gregor Michaelis, Oberkirchenrat
Werner Tietjen:
Pfarrer Bertzbach
Günter Kassow:
Wachtmeister Preuß

Pressestimmen

"Verwirrspiel auf Platt: So war die Premiere von „Loop doch nich jümmer weg"

Eine schwungvolle Inszenierung eines Boulevardtheater-Klassikers hat die Niederdeutsche Bühne Lübeck in den Kammerspielen des Theaters geboten – mit 70er-Jahre-Kulisse und schön übertriebenen Klischees.

Lübecker Nachrichten | Dorothea Kurz-Kohnert


Lübeck. „Loop doch nich jümmer weg“, zu hochdeutsch: „Lauf doch nicht immer weg“, ist seit Jahrzehnten ein Klassiker des Boulevardtheaters. Manfred Upnmoor hat die plattdeutsche Fassung gekürzt und für die Niederdeutsche Bühne Lübeck schwungvoll inszeniert. Am Dienstag war Premiere in den Kammerspielen des Theaters Lübeck.
Pfarrer Bornemann lebt mit seiner Ehefrau Dorothea, einer ehemaligen Schauspielerin und dem Dienstmädchen Ida an der Küste. „Fräulein Almuth“ engagiert sich in der Gemeinde. Als der ehemalige Schauspiel-Kollege Uwe im Pfarrhaus auftaucht, beginnt eine Reihe von Verwechslungen und Verkleidungen. Gesteigert wird das Verwirrspiel durch Oberkirchenrat Michaelis. Das Durcheinander komplett macht das Auftauchen eines Sträflings und der Besuch von Pfarrer Bertzbach. Schließlich soll Wachtmeister Preuß den entflohenen „Knacki“ unter all den Verdächtigen im schwarzen Anzug identifizieren.

In Unterwäsche auf Verbrecherjagd
Das Bühnenbild von Moritz Schmidt – ein Wohnzimmer im Farb- und Stilmix der 1970er Jahre – schafft mit zwei Türen, einer Terrassentür zum angedeuteten Garten, einer Treppenaufgang, einem Durchgang zur Küche und einem Wandschrank viele Möglichkeiten, Kleidungsstücke und Personen verschwinden und wieder auftauchen zu lassen. Selbst eine rasante Verfolgungsjagd klappt hier perfekt.
Upnmoor lässt jedem der neun Darsteller Raum. Anne Grage erntet als schlagersingende Dorothea Szenenapplaus, ebenso wie Torsten Bannow, der in Unterwäsche mit einem Schlagwerkzeug auf Verbrecherjagd ist. Christa Walczyk lässt die Tugendhaftigkeit ihres Fräulein Almuth unter Alkoholeinfluss virtuos beschwipst hinter sich. Ebenso frönt Oberkirchenrat Michaelis (Hans-Gerd Willemsen) urkomisch seinem Faible für Hochprozentiges. In seiner schwarzweiß-geringelten Sträflingskluft darf Heino Hasloop das Klischee des Verbrechers bedienen. Werner Tietjen gibt sich als Pfarrer Bertzbach liebenswert begriffsstutzig. Und last but not least flirtet Robin Koch in schmucker Marineunform mit dem Dienstmädchen Ida, dem Jenny Walczyk eine derbe Geradlinigkeit verleiht. Günter Kassow erinnert in seiner Rolle als Wachtmeister Preuß in Trenchcoat und mit Hut an den bedächtigen Kommissar Erik Ode. Am Ende gab es großen Applaus und Bravo-Rufe.                            10.01.2024

 

Loop doch nich jümmer weg

Ünner't Lüchtfüer   (ab 09.04.24)